"... Zu den Seiten hohe, schneebedeckte Gipfel. Martin steht vor einem Abhang, spürt kalte Luft in der Nase. Atem quillt in weissen Schwaden. Tannen sind schneeverschneit. Ein herzhafter Duft nach Tannenbäumen. Ein Hase hoppelt im Schnee, hinterlässt seine Spur. Skier unter den Füssen. Ein Stoss. Martin gleitet abwärts. Vorbei rauschen die Bäume am Hang. Sich in Kurven legen. Geschmeidig. Kalter Fahrtwind zerrt am Gesicht. Schnee knirrscht. Vorwärts, hinab.
Martin ist in einem Tal. Ein Rondell mit Balustraden aus Eis. Schlittschuhe an den Füssen. Die Kufen scharf. Die Eisfläche glatt. Das Eis glitzert funkelnd in der Sonne. Martin streift über die Eisbahn dahin. Ganz allein, kein Mensch ausser ihm weit und breit. Grosse Lautsprecher stehen zu allen Seiten an den Hängen. Musik schwingt durch das Tal. Martin gleitet Fuss vor Fuss im Rhythmus der Musik.
Das hier ist Einsamkeit. Und auch Frieden. Sich drehen, vorwärts gleiten. Langsam, versunken. Der Musik lauschen. Sie hallt sanft im Tal. Das Eis glitzert. Die Handschuhe warm. Die Mütze tief über beide Ohren. Die Lautsprecher mächtig. Linker Fuss, rechter Fuss, auf dem Eis dahin, gleiten gleiten, links und rechts, im Takt. Ein zwei drei, eins zwei drei. Das hier ist ein Winterwalzer. Das Orchester tönt. Es erfüllt die Nacht, es ist Nacht geworden. Grosse Scheinwerfer, lange Schatten. Martin rutscht aus.
Martin erwachte. ..."
(Aus "23 Träume im Dezember")

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