February 19, 2009

Bubble Pearls

Ick muss ja nich nach Schina fahrn, um den Reissäcken beim Umfallen zuzuschauen. Man betrete einfach eine chinesische Bäckerei in Little Italy, einem Viertel in New York, das heute komplett in chinesischer Hand ist und habe eine sympathische, adrette China-Expertin an der Seite. Dann erfährt man umgehend, was zu einer echten, hautnahen chinesischen Erfahrung einfach dazu gehört. Toilet papel? I am not sule what you ale talking about...


In der Pfanne spritzt das Bratenfett und ich bin froh, dass ich die Aushangschilder gar nicht verstehe, welche beschreiben, was in diesem oder jenem Teigmantel eingeschlossen ist. Ich versteh nicht mal Bahnhof, denn der Laden verzichtet - mit Blick auf die Kundschaft berechtigt - auf jegliche englische Übersetzung oder Transkription. Jedenfalls trieft das vegetarische Probestück ausserordentlich fettig, zuckrig süss in unseren neugierigen Mündern.


Gekommen sind wir, um einer Spezialität zu fröhnen. Bubble tea with black pearls. Wir wissen nicht genau, was diese schwarzen Perlchen sind, und vielleicht wollen wir das auch lieber gar nicht wissen. Lieber saugen wir Honey Dew aus Strohhalmen, die so dick sind wie Tamponapplikatoren und lassen unserer Phantasie freien Lauf, was da zuweilen auf unsere Zunge hopst oder den Strohhalm verstopft. Es ist schwarz, glipschig, aber doch recht bissfest, es schmeckt nach nüscht, aber es macht tierisch Spass! Genmodifizierter Kaviar? Laich von grosser dunkler fetter Kröte? Eingelegte plastifizierte Bohnen? Gemurmelte Mehlstärkekugeln? Who knows. Aber spielen kann man gut damit und vielleicht hat das westeuropäische Entdeckerpäarchen sogar die chinesische Pensionärin am Tisch amüsiert, wenn ihr das Drumherum neben der überlauten chinesischen Soap nicht vollends entgangen ist.




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