October 31, 2007

Genf - ein französisches Gefühl

Segelboote und Katamarane am Fuss einer Wasserfontäne. Ein See ergiesst sich vor den Toren der Stadt. Das kenn ich so schon. Hochgewachsene, schlanke, adrett gekleidete Damen tippeln von Boutique zu Boutique und ziehen einen Duftschweif hinter sich her. Das kenn ich auch. Immer wieder entdecke ich für mich einen Streifen Paris.




Ich trete in einen Taizé-Tempel. Singe Kyrie Eleison zum ersten Mal. Die Gemeinde versinkt in betendes Schweigen und von draussen dringt der Lärm der Stadt, ein Leierkastenmann, Absätze, die Tram. Ein Schläfchen in der Sonne. Ich bin auf den Jakobsweg getroffen - da ist er also wieder. Es wundert mich kaum. Nur ein leises Schmunzeln und Erinnern. Hier und da mundet mir ein Glas Wein. Die Käsetheken... mmmh.




Genf fühlt sich wie Frankreich an, schmeckt auch so und ist doch Schweiz. Mal verweile ich. Lass mich treiben. Höre mich französisch reden. In einen Buchladen tretend bin ich umhüllt von Klaviermusik. Ein paar Schritte und Buchregale weiter bin ich überrascht. Ein Mann sitzt an einem Klavier und spielt versunken. Ich gebe mich mit ihm hin.




Genf - Stadt der Kultur, der Sprachen, Hautfarben, Nationen - alles scheint hier vereint. Ich laufe tagein tagaus, durchschreite die kleine Altstadt im Herbst kreuz und quer. Warum nur faszinieren mich Böden so sehr? Herbstsonne taucht alles und mich in goldenes Licht. Der Wind bläst stärker von Tag zu Tag, ja, am Ende schiebt er mich aus der Stadt, zu meinem See zurück.

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