October 2, 2007

"Nee, dat sind Zucchini, Schatz! Die Gurken sind da hinten."

Herbst ist für mich: Marktgeschrei und -geschlender immer dienstags (wie in allen Jahreszeiten), frischer Apfelsaft, eine volle rote Fahrradtasche und grosser Eintopf für die ganze Woche, Kürbis püriert, "die festkochenden...", dicke Strumpfhosen, drei Kilo Äpfel pro Woche essen,

der Kälteschock morgens auf dem Balkon, Armstulpen, warten auf den ersten Frost, ich zieh trotzdem den Rock an!, bunte Blätter in die Tasche stecken und ein andermal freudig wiederfinden, meinem Schatten beim Längerwerden zuschauen,

die Winterbettdecke vom Dachboden holen, den Balkon ausmisten, das letzte Mal frischen Pfefferminztee schneiden, mich über den ersten rauhreifen Atem wundern, morgens seltsam im Nebel joggen, hartnäckig Fahrrad fahren (meinem schwarzen "Ferdinand" treu bleiben),

Kuchen backen, ein Glas Kakao und ein paar Wollstrümpfe zum Schlafengehen, Freude auf den Sonntagsspaziergang, durch jeden Blätterhaufen rascheln, feststellen, dass die Bäume von oben an rot werden, das Stövchen unter die Teekanne,

meine Pflanzen weniger giessen, morgens beim Zeitunglesen frieren und die Strickjacke holen, jeden Sonnenstrahl geniessen, das erste Mal den Schal umbinden, im Dunkeln bergabwärts rollen, laut dabei singen, die Vögelansammlung vom Ufer aus betrachten, einen guten Flug wünschen

und einen Gruss nach Afrika mitgeben, von Sylvester, Winter und dem nächsten Sommer träumen, ob es Schnee geben wird?, bei Herbstwind ein bisschen traurig werden, weil ich nicht mehr segeln kann, gern nach Hause kommen, mich mit ein wenig Wehmut des Sommers erinnern...

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