November 18, 2010

ich frage dich


wann sind wir frei von 
dieser Stille in der Nacht,
in der wir laute Sehnsucht
in unseren Armen halten

wann verlässt uns 
diese Leere, die uns füllt,
weil unsere vollen Worte
weder Hände noch Zungen haben

wann erhellt sich
dieses Grau, das wir tragen,
seitdem die Sommerkleider
alle Farben mit sich zogen

wann beflügeln wir unsere Angst 
und besänftigen die Schwere,
üben uns im Fliegen,
gleichwohl wir keine Vögel sind

wann entsagen wir aller bindenden Erwartung 
und unserem Spiel mit der Zeit,
lernen Einsiedlern gleich, 
im Hier und Jetzt, befreit, daheim zu sein

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