September 25, 2009

German logbook, September 4



" ... Nur in den Bergen, draussen, im Wald, kann man abends sitzen, bei Mondschein und sich dann an den grossen Findling gelehnt die Zähne putzen. Und dann stretchen, mit einem Schatten am Felsen und währenddessen wandert der liebe Herr Mond am Himmel entlang. Und dann in den Schlafsack schlüpfen und wie auch den ganzen Tag über schon ist es egal, wie dreckig, verkrustet und verklebt ich bin. Jetzt hält jede Schicht mich warm. Ich zerzause und grüsse die Ronja in mir. Ha! Wahrscheinlich muffele ich bald ein bisschen. Aber noch kann ich mich nicht oder aber ganz gut riechen. Adam habe ich noch nicht um seine Meinung gefragt. ...

Meine Beine sind gehüllt in Schichten von Citronella, Sonnencreme, Citronella, Sonnencreme ... Meine Finger riechen komisch. Nach so ziemlich allem, was sie den Tag über berührten. Reis, Limone, Knoblauch, Urin, Salz, Nüsse, Baumrinde und vielleicht auch Felsen (so ein wenig eisern) ... Wir sind heute hunderte und aberhunderte Höhenmeter aufgestiegen. Mit jedem Schritt trafen wir weniger andere Wanderer, je höher wir kamen, desto kleiner wurden die Eichhörnchen. ...

Mitten in diesen Bergen, in diesen Weiten zu sein - mir fehlt es an nichts. Denn ich habe den Mond aufgehen sehen. Er ist voll, kugelrund und so blass wie ein Stück Käsekuchen, das noch eine Weile im Ofen backen muss, um braun und knusprig zu werden. Meine Finger sind so dreckig. Ich bin unendlich glücklich darüber. Und jetzt höre ich noch dem Bach beim Plätschern zu ... "

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