September 11, 2008

Golden Gate ist so bezaubernd, selbst der Nebel kann nicht von ihr lassen. Touristen tragen in Scharen ihr digitales Antlitz in die Welt.















In meiner anderen Fantasie hat sie sich mit ihrem Nebelfreund verbündet, der vielen Blicke leid. Aus Schüchternheit versteckt sie sich vor uns, nachdem sie längst errötet ist. Die Dame ziert sich.















Ich fahre jeden Morgen ins Sonnenland. Lasse Nebel und Kälte in der grossen Stadt zurück. Mein Rad und ich - wir büchsen aus. Machen stadtfrei, verlassen die Nachbarschaft.

Heute auf dem Heimweg, ich sass im Bus und mein Rad vornan im Fahrradträger, stand die Sonne fast tief und tauchte alles in einen kräftigen, goldenen Schein. Vor meinem inneren Auge sah ich mich schon bei Sonnenuntergang am Strand spazieren. Die Hosen hochgekrempelt, meine Füsse von Wellen umspielt, auf Tuchfühlung mit dem Pazifik. Ein bisschen Springen, ein bisschen Lachen, ein freies, beschwingtes Gefühl im Feierabend. Jule am Meer. Sand im Schuh und Schaum zwischen den Zehen.

Der Blick vom Freeway aus versprach nichts Gutes. Über der Stadt klebte der Nebelpilz, alles grau, alles verhangen. Kein Sonnenschein, kein Licht, kein Gold. Die Sonne abgeschirmt. Der Nebel hat am Mast des Goldenen Tores seine Segel gesetzt. Die Brückenfahrt führt uns in dunkles Land. Ich ziehe den Reissverschluss meines Fleece bis zum Hals, habe Gänsehaut. Mein Peugeot und ich, wir jagen nach Hause! Ich will mich nur noch hinter der Haustür verkriechen, warmen Tee trinken, bei Lampenlicht ein Buch lesen und maximal noch Muffins backen. Monika hat heute zum ersten Mal die Heizung aufgedreht, mich erfüllt Dankbarkeit. Jule in San Fogdisco. Zwei paar Strümpfe und ein Bibbern zwischen den Zähnen.

No comments:

Post a Comment