Der zweite Weihnachtsmorgen. Ich betrete die Küche, die kalt ist, mache Licht und schalte mit zwei Klicks den Heisswasserspeicher ein. Nun wird die Heizung warm. Ich zünde eine Stelle am Gasherd und daran das Teelicht an, welches mir ein Freund zu Weihnachten schenkte, und stelle es neben mich auf den Tisch. (Der Marienkäfer ist schon geschmolzen.) Ich glaube, ich habe auf dem Tisch auf dem Balkon ein Feuerzeug liegen sehen, weil meine Freundin wieder raucht, aber draussen ist es noch kälter. Ich gehe zur Spüle und giesse die Mungbohnen in ein Sieb, halte es unter den fliessenden Wasserhahn, schütte die Sprossen zurück in die Schale, stelle sie zurück auf die Spülmaschine bei der Heizung, (die noch immer kalt ist, aber gleich nicht mehr,) decke das Handtuch darüber. Die Bohnen sind aufgeplatzt, Sprossen quellen hervor. Ich kann sie nun wohl essen. Soll ich mir welche in den Salat tun? Es ist bald halb zwei. Ich bin um 11 Uhr erwacht und habe bis eben das Buch ausgelesen, das mir meine Mutter zu Weihnachten schenkte. Und ein Freund hat angerufen, ein Jahr ist vergangen seit unserem letzten Treffen. Ich lag also im warmen Bett und wir redeten eine halbe Stunde. Während es draussen längst nicht mehr heller wurde. Eine Stelle in dem Buch hat mir gut gefallen. Ich muss noch jetzt daran denken, wo ich hier frierend in der Küche sitze und warte, dass die Heizung warm wird, darauf warte, dass ich den Abwasch von gestern erledige und mir gemütlich ein Frühstück mache. Tee und einen Kaffee koche, zum selbstgebackenen Roggenbrot.
"Wenn man sicher weiss, dass das Gewünschte eintritt", sagte Françoise, "kann man eine Ewigkeit warten."
"Glaubst du?"
"Ja."
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