June 11, 2009

ich bin dort


verkrochen. in ein haus in den bergen. gesellschaft ist fern und weit und breit nicht. duschen unter freiem himmel, mit blick auf das tal. beim yoga auf der terrasse werde ich vom raben angekräht, der auf einem ast im baum frech schaukelt. strecke meine hände im baum dem sonnenuntergang entgegen. sitze nachts nackedei in der heissen badewanne und lausche leise dem wind, wie er mit den bäumen raschelt, als spielte er eine kleine feine melodie; räkele mich abends in der sauna - stundenlang. dusche kalt unter sternen, bis die haut so herrlich kitzelt. rotiere den ganzen tag zwischen mac, yoga, mac, meinem spannenden buch, einem nickerchen unterm sonnenschirm, mac und noch mehr code, yoga, gemeinsamem abendmahl, einem glas wein, dem flauschigen bett in der nacht, die nase noch einmal versenkt im buch unter der leselampe; oh, und all das gute essen! all das immer umgeben von lieben, schönen, herzlichen, klugen, atemberaubenden menschen. unter uns schläft das tal, an unserem haus grasen die ziegen. es ist nur ein steinwurf zum meditationszenter nebenan und manchmal läuft jemand im steinlabyrinth und ein windstoss trägt die stimmen herüber. der wind hier hat einen anderen geruch; er streichelt mich, während das wasser an meiner haut abperlt, oh wunderbare lavendel castile seife, die meine nase verführt. stehe hier oben auf diesem berg, wo die geckos in der sonne rennen, und möchte schreien, freiheraus, in die weite, in die ferne, bis meine stimme deine hörmuschel kitzelt. wir lachen, wir lernen, ich weiss, wie man das paradies buchstabiert.


ich buchstabiere vollkommenheit und nur du fehlst mir hier ein bisschen. aber ja, unser leben ist eine lange reise und ich lerne, dass der weg vor uns nie endet, dass uns neue tage gegeben werden, um den nächsten schritt zu machen. dass nichts endet, nur weil die sonne untergeht. wir schöpfen neue kraft in der nacht. der tag, an dem wir zusammen im wald schreiten werden, wird mir den widerhall deines lachens von den bäumen schenken. und hier, nachts, wenn ich von dir träume, bist du ein samen in erde, dem ich beim wachsen zuschaue. bei einem windstoss wirst du verweht, davongerissen, und ich folge dir in den abfluss, nur, um mich in einer landschaft voller körper wiederzufinden. dein haar war dort noch länger.

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