May 16, 2009

In Gedanken an Trüxmaus, LaTina und Janibär -- jule on her mission


Ein Ausflug in die Mission ist wie Urlaub um die Ecke. Ein exotischer Kurztrip in ein paar Viertel weiter. Plötzlich - andere Gerüche, Farben; Spanisch ist die dominierende Mundart und mächtige Ghettoblaster pumpen reguetón über den Bürgersteig. Ich liebe die Mission dafür, dass sie mir dieses Urlaubsgefühl verschafft. Als wäre ich in ein Flugzeug gestiegen und kilometerweit später im Süden die Gangway hinabgestolpert. Und ich könnte buritos und tacos essen, bis mir der Bauch platzt. Grüne Palmen wedeln weit oben im San Francisco Wind. Die Sonne fühlt sich auf der Haut um so vieles heisser an.



Und ich muss kichern! Über all die Namen und das Spanische in der Luft. Die Chinesen haben versucht, hier Fuss zu fassen. Aber bis auf ein paar Seafood-Stores ist es ihnen nicht gelungen. Die Hispanics haben ihre Nachbarschaft fest in der Hand.



Ich laufe durch die Strassen. Lasse mich einfach treiben. Denke an Trixi, die weit entfernt gerade träumt und schlummert. Und wie sie sich freuen wird, wenn ich ihr diesen Blogeintrag widme.



Muss an Tinchen denken. Erinnerungen hüpfen in meinem Herzen! Als wir hier gemeinsam gelaufen sind, auf der Jagd nach knackigem Latinogemüse für unseren Salat; wie eines kühlen Abends aus den Bars Salsa und Merengue tönte. Die Fliesen am BART sind noch immer so schön rot und blau, Tina, und sie sind der perfekte Hintergrund für meine neuen Sandalen.

Ihr solltet die Murals sehen! Manchmal sind sie wie der Schnittpunkt zwischen dem Hier und dem Gemalten. Als könnten wir in sie eintauchen und ein Teil ihrer Geschichte werden. Ich warte am Strassenrand und beobachte Menschen dabei, wie sie vor die Kulissen treten.















Jeder ist auf seiner Mission unterwegs. Oft komme ich an einer lauen Sommernacht, um eine Margarita in der Piñatas-Bar zu schlürfen.

Heute bin ich gekommen, um ein Geburtstagsgeschenk für meinen Lieblingsbruder auszusuchen. Ich trudele aus im Dolores Park und fange an, einen lieben Geschwisterbrief zu schreiben. Ich weiss, Jan, ich spanne Dich auf die Folter, wenn ich Dir sage, dass ich ein wunderbares Geschenk für Dich gefunden habe! Aber verraten wird nix. Zipp. Bis der schnieke Postbote klingelt.














Das Wunderbare ist: ich muss nur ein paar mal in die Pedale treten und kann jederzeit wiederkommen, um dieses unglaubliche Urlaubsgefühl einzufangen. Ein Ausflug in die Mission ist nur ein Katzensprung in ein anderes Lebensgefühl.

Und ich bin nie allein. Weder auf dem Bürgersteig noch im Herzen. Denn ihn trage ich immer bei mir:

je älter der Tag wird, umso länger wird er. Mein treuer Freund. Wir zwei senden Euch Küsse mit dem Wind, der gerade mit uns davon und um die nächste Ecke tingelt. Eines Tages kommt der Moment, in dem ich Euch die Umarmungen, welche ich jetzt nur virtuell sende, um den Hals schlingen werde.

Mua Mua.

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