Dann war das eigentlich eine recht gute Nacht.
Mehrere Wochen in der Simon-Dacher Café-Service-Industrie unterwegs und nicht einmal ein Tablett, das mir umkippte, vom Tisch rutschte, auskippte, die Balance verlor und sich entleerte, runterfiel oder aneckte. Alles blieb heile. Das war so gut, dass Polterjulchen schon zu Eigenlobgesang anstimmen wollte. Zugegeben, zweimal hatte ich beim Spülen Gläser grad direkt im Spülbecken zerdonnert, bin halt sehr impulsiv und ruppig zuweilen, kennt Ihr ja. Sofortiges Gläserspülverbot von Barkeeperhand war da die unmittelbare Folge - da kann man ja eigentlich nicht mal meckern.
Naja, heute habe ich den Keine-Scherben-Nix-Rekord vermasselt. Ich habe in einer Schicht DREI Gläser zerhauen. Und diese Cocktailgläser sprenkeln immer so schön - Panzersicherheitsglas - zerteilt sich weit und breit in alle Richtungen.
Das erste Glas verabschiedete sich seitwärts vom Tablett beim Tischabwischen und meine beiden Chefs kicherten augenrollend und die Kollegin reichte mir Handfeger und Müllschippe. Ich hatte, ehrlich gesagt, dieses mulmige Gefühl: "Das war heute nicht das erste und einzige Glas"... ich hätte sofort Konsequenzen ziehen und kündigen sollen...
[Glas 1 1/2 fiel an Tisch 21, blieb aber trotz Mordsradau (Chef nur noch entnervt...) auf wundersame Weise heile.]
Das zweite, leere Glas plumpste mir munter vom Tablett, als ich durch die Schwenktür von der Terrasse zurück ins Café wollte. Zack, Scherbensplitter überall auf Teppich und Treppe, grosses Hallo von allen Seiten auf der Terrasse und ne Jule mit nem leicht erröteten Kopf sowie Kopfschütteln und aufbrausendem Mini-Selbst-Zorn im Herzen. Ts ts ts. Nummer zwei also gleich hintenan- kann ja nur mir passieren. Chef hats zum Glück gar nicht gesehen... Und ich wusste bereits, wo Handfeger und Besen stehen, wo Glassscherben entsorgt werden..., praktisch!
Aber das war noch nix gegen Nummer drei. Das Glas mit dem Maracujanektar fiel an Tisch 71 vom Tablett vorwärts auf den Tisch, krachte in das leere Cocktailglas darunter, Splitter in alle Winde und der Maracujanektar ergoss sich auf die graziösen Beine meines weiblichen Gastes. Schöne Bescherung! Eine Nacht vor Heiligabend... Jule rannte wieder, diesmal nach Handfeger, Schippe, Lappen UND Handtuch und neuem Maracujasaft (der klebt und stinkt übrigens ganz ausserordentlich...)
Naja, drei peinliche Momente später und die grimmige Stimmung von Chef überstanden (meine Kollegin hat heute den Besteckkasten, nen Teller und nen Tablett am Tresen zu Boden befördert, was für ein Radau, aber bei ihr bemerkenswerter Weise keine Scherben... War heut einfach der Wurm drin.), Teppich rein gerubbelt, hoffe ich jetzt einfach mal, dass dreimal Scherben meine Chancen auf Glück in Hülle und Fülle mindestens verdoppeln. Ich hab mich nicht mal geschnitten!
December 23, 2008
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