Sie lässt uns noch einmal atmen. Ich entspanne mich mehr, breite meinen ermatteten Körper über dem Boden aus. Meine Augen ruhen auf einem Punkt an der Decke. Atmen erfüllt mich, meinen Körper; mein Körper ist warmer Atem.
Ich darf NOCH EINMAL atmen. Ich entspanne mich noch mehr. Atme tief, hole tief Luft, tanke mich auf. Ruhe mich aus.
Darf noch einmal atmen. Atme ein, atme aus. Ich spüre Dankbarkeit; ein Leben könnte ich für noch einen Atemzug geben.
... "Flex your toes, stretch your legs, contract your thighs, take a deep breath and lift your arms up over your head, lift your upper body up and exhale! Tshh tshhhhhh..." Mein Körper strebt nach vorn und oben, ich sitze auf.
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Ich gebe mich seit ein paar Wochen dem Bikram-Yoga hin. Kurz gesagt, Yoga in der Sauna, also eher eine Extremvariante. San Francisco ist die Wiege des Bikram-Yoga. Hier wurde der erste Schwitzkasten für Yogis und Yoginis weltweit errichtet.
Am Ende einer Stunde ist mein Kopf heiss wie auch der Rest meines Körpers, meine Augen ragen weiss und gross über den roten Wangen hervor, mein Körper ist klatschnass, ich bin aufgegangen in Hitze. Ich liege zehn Minuten erschöpft auf meiner Matte, auf meinem pitschnassen Handtuch und komme zur Ruhe. Manchmal könnte ich einfach davondösen, manchmal löst sich etwas in mir und ich schluchze und ein paar Tränen tragen noch mehr Salz auf meine Wangen, manchmal erfüllt mich grösste Euphorie. Und dann lege ich meine Füsse für ein paar Minuten hoch und leere zum Abschluss meine Halbe-Liter-Flasche mit einem grossen gierigen Schluck. Und das Wasser ist so warm wie mein Körper, meine Haut, meine Gedanken.
Mein Lieblingszitat hängt vor dem Umkleideraum: "Life is not measured by the breaths you take, but by the moments that take your breath away."
Nach Bikram-Yoga bin ich friedlich, erfüllt und ... atemlos.

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