In meiner Magisterarbeitszeit träumte ich von ausgiebiger Zeit mit Freunden, Ausbruch, Reisen, Freiheit, der prima Zeit nach dem Studium. Nach dem prima Studium wünsche ich mir ein geregeltes Leben, bitte! Statt gehetzter Rotation zwischen diversen Jobs, fortwährenden Besuchswochenenden, Trips nach hier und da... Ich will, dass mir jemand sagt: "hinsetzen, zuhören, mitschreiben, Klappe halten, früh ins Bett, trink nicht so viel, mach Deine Hausaufgaben, da gehst Du jetzt hin, nein, keine Widerrede, Du bist um 22 Uhr zu Hause, in den nächsten Tagen passiert genau das, das und das!"
Im Winter träumte ich beim Joggen von der Sonne und warmen Temperaturen, während mir der Atem in der Nase gefror. Jetzt nervt mich der viele Schweiß und die Sonnencreme, und die kurze Hose, die zwischen den Oberschenkeln reibt, und die warme Luft, die nicht erfrischt, und erst all die Leute im Park, ey man!!!
Jetzt überwinde ich mich jedes Mal, wenn ich in den See steige, weil er noch so kühl ist, und nachher im Hochsommer ärgere ich mich über die Pfütze, die keine Erfrischung mehr verschafft.
Und dann gabs da noch: den Traum vom Singleleben in der Beziehung und den Traum von der Beziehung im Singleleben, Sehnsucht nach Berlin in Konstanz und Sehnsucht nach Konstanz in Berlin, die Lust auf Schokolade am Abend und der Wunsch nach einem straffen Po am Morgen, Bock auf Segeln und Frust in der Flaute und blaue Flecken bei Hart am Wind, Spass am Grillen mit Wut auf die Mücken, Unzufriedenheit mit der Unbestimmtheit und Ungeduld mit dem Konkreten...
Wollt auch ihr, was grad nicht ist?
Vielleicht ist ein Leben im Mittelmaß die Lösung allen Ärgernisses.
May 29, 2008
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