
Am Abend zuvor wollte ich posten "ich bin schwanger" oder "Entbindung erwartet in ... Stunden", aber dann Korrekturen, Ergänzungen, Staunen, Kürzungen, Zweifel bis in die allerletzte Minute. Eine Stunde vor Abgabe schwante mir "Oh, das da ist aber ein grober Fehler?? Aber, hm, zu spät!". Dann endlich, ein letztes Mal kompiliert, der Morgen war längst vor meinen Augen aufgegangen, und ein kleiner Moment der schl ... naja, und dann war dieses pdf-Dokument fertig, rüber auf die externe Festplatte, in Watte eingehüllt, damit dem Baby auch ja nichts mehr passiert, und noch ein backup per email und das gleich mit an Mama, damit sie weiss, dass die Tochter es geschafft hat, und dann schnell die Jacke überwerfen und auf gehts zum Copy-Shop, denn die Uhr tickt und da klingelt das Telefon. "Hallo Jule, Mama hier. Toll, Du hast es geschafft! Ich lese schon. Aber bevor Du zum Drucken gehst, auf der ersten Seite sind noch zwei Fehler."
Nun ja, ich habe gelernt, im Leben Prioritäten zu setzen. Ich stürze hinaus. Da steh ich drüber. Trennt die Worte doch wie Ihr wollt. Eher fragt sich, wie ich mit einem Fahrrad eine Magisterarbeit zur Entbindung in den Copy-Shop fahren soll, mit dem ein Orkantief names Emma seinen Spass am Vorderrad getrieben hat. Gelobt seien fahrradbestückte Mitbewohnerinnen.
Jetzt, vier Stunden seit Abgabe, fast acht Stunden seit der letzten Kompilation, 33 Stunden seit dem letzten Mal schlafen, vergeht die Zeit nicht mehr. Noch ist Leere, nicht Erleichterung.
Juli schrieb vor einem Tag, eine Magisterarbeit schreibt man nur einmal im Leben und dann nie wieder. Da habe ich fast Wehmut bekommen. Es war eine harte Zeit, aber es war so intensiv und es gab ein Ziel.
Ich habe nie zuvor in meinem Leben einer Sache so viel Aufmerksamkeit gewidmet.
Ich bin noch nie so dankbar gewesen.
Ohne Euch hätte ich das nicht durchgestanden.

Jetzt kommt - um mit meinem master-tex-file zu schliessen -
Timeout. This is o

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