August 19, 2007

Laue Sommernacht

Ich erinnere mich an den letzten Sommer. Als ich nach der Tageshitze bei Nacht in meinem Zimmer aufatmete. Meine Füsse berühren jetzt wieder Teppichboden, Feist singt wie eh in den Abend, das Fenster steht weit auf und von draussen, von den Strassen, dringt das nächtliche Rauschen der Autos. Hinter dem Fenster, nach oben - schwarz. Ein frischer Zug Wind bringt den Geruch von nassem Asphalt. Ich sitze und schreibe, nippe an einem Glas französischen Weins. Die Füsse ausgestreckt, müde vom Tanz, gedrückt von den Sandalen. Die Gitarre liegt griffbereit. Ich lehne mich zurück und schliesse die Augen. Atme tief ein, schreibe noch eine Zeile. Einen Satz mehr. Schicke dem Mond ein Lächeln vorbei. Der Sommerwind spielt mit den Zweigen und Blättern der Kräutertöpfe auf der Fensterbank. Gegenüber sehe ich die Nachbarn in ihren Lebensräumen, in ihrer Sommernacht. Mein Fuss wippt im Takt, meine Lippen formen die Zeilen mit, der Mond wird von mir mit noch einem Lächeln bedacht und zwinkert zurück. Sterne konnte ich nie funkeln sehen. Manchmal bin ich so auf dem weinroten Sofa eingeschlafen und erst frühmorgens fröstelnd in mein Bett geschlichen.

So plötzlich, beim Klang einer längst vertrauten Stimme, scheint der Sommer vom letzten Jahr ganz nah - Paris! Ich halte inne, für diesen Moment, in dem sich mir die Vergangenheit öffnet und ich in die grosse, pulsierende Stadt zurücktauchen kann. Ich habe heute meinen Lebensmittelpunkt am See und Feist ein neues Album. Und ganz oft sehe ich die Sterne blinken, baumelnd von meinem Balkon.

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